Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Pflege in Ostdeutschland

 

Die Studie gibt erstmalig Auskunft zum Ausmaß der Betroffenheit und zur Situation von Erwerbstätigen in Ostdeuschland, die neben ihrer Berufstätigkeit im privaten Kontext häusliche Pflege leisten. In der aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg geförderten Studie werden ihre Arbeits- und Lebenssituation untersucht und mögliche Unterstützungsangebote aufgezeigt. Auch die Sicht von Arbeitgebern auf die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sowie deren Erfahrung im Umgang mit betroffenen Beschäftigten wird analysiert.


Jeder zweite Pflegende im Dauerstress

Über zwei Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Fast die Hälfte von ihnen wird ausschließlich von den eigenen Angehörigen zu Hause versorgt. Wie sehr dies die Laienpfleger belastet, zeigt eine Forsa-Umfrage in Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) vom Mai 2009. Dort gab fast jeder zweite pflegende Angehörige an, dass ihn die Aufgabe an den Rand eines Burnouts bringt (siehe Seite 21). Laut der Studie sind zudem 51 % der pflegenden Angehörigen erwerbstätig.


 

Frau Prof. Dr. Jutta Rump von dem Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) vertritt im Rahmen Ihres Vortrags: „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege – Konsequenzen der demografischen Entwicklung“ die These,  dass vereinzelte Aktionen und Maßnahmen im Bereich der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege keine nachhaltige Wirkung zeigen und stattdessen ein ganzheitlicher Ansatz  gefragt ist, der mehrere Handlungsfelder im Fokus hat. Ohne  diesen Ansatz laufen Unternehmen in Gefahr qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu verlieren und höhere Krankenstände und Fehlzeiten zu riskieren.